Welfengarten

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Bäume im Park

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Der Welfengarten

In nordwest­licher Richtung vom Stadt­zentrum gele­gen, im Stadt­teil Nord­stadt, gehört der Welfen­garten mit einer Größe von etwa 0,12 km² zum Gesamt­ensemble Herren­häuser Gärten und steht eben­falls unter Denk­mal­schutz. Der Welfen­garten liegt zum größten Teil hinter dem Haupt­gebäude der Uni­versi­tät, auch als Welfen­schloss bekannt, und ist ein Stadt­park im Stil des eng­lischen Land­schafts­gartens. Das Schöne an dieser Park­anlage sind die großen alten Bäume. Sie geben dem Park einen beson­deren Charakter. Mächtige Buchen, Eichen, Kastanien, Ahorn­bäume, Eschen und Platanen über­wölben die Rasen­flächen. In der Mitte gibt es einen kleinen Teich, über den eine Brücke führt. Der Teich mit seiner natür­lich geschwun­genen Form hat eine feste Ufer­mauer.

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Standort Welfengarten im Stadtgebiet Hannover

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL

Art der Parkanlage:
Landschaftsgarten im englischen Stil

Fläche:
0,12 km²

Zieladresse:
Schneiderberg 48
30167 Hannover

Weitere Bezeichnung:
Universitätspark, Uni-Park,
Prinzengarten

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Vor dem Welfenschloss liegt ein terrassen­artiger Platz, der durch eine kleine Mauer einge­fasst ist und auf dem fest ein­zemen­tierte Tische und Bänke stehen. Da­hinter er­streckt sich das Rasen­parterre, eine große Liege­wiese, die durch ein Band aus weißen Podesten um­schlossen ist. Die multi­funktional nutz­baren Podest­elemente sollen den Verlauf der früheren Graft andeuten. Das Band aus Podesten besteht aus Stegen, Plattformen mit Treppen­stufen, offenen Boule­flächen und kompakten Hart­plastik­quadern. Weitere kleinere Liege­wiesen sind im gesamten Park verteilt und werden durch Baum­gruppen vonein­ander getrennt. Im west­lichen Bereich, zum Schnei­derberg hin, befin­det sich ein groß­zügig gestal­teter Kinder­spiel­platz.

Der Welfengarten ist zugleich Uni­versitäts­park, da sich im Umfeld viele Gebäude der Uni­versität befinden. Er wird nicht nur von Stu­denten und dem Uni­versitäts­personal als Pausen- und Aufent­halts­raum genutzt, sondern durch ihn führen auch einige wich­tige Ver­bindungs­wege. Der wich­tigste Weg, ist der Diagonal­weg zwischen dem Haupt­gebäude der Uni­versität und der Brücke zur Haupt­mensa am Schneider­berg. Er verläuft in geschwungener Linie längs durch den Welfen­garten. Weitere kleinere Wege durch­ziehen den gesam­ten Park, wie unter anderem die zwei leicht ge­schwungenen, parallel ver­laufenden Wege am Rand der großen Wiese. Im nordwest­lichen Teil vom Welfengarten stehen eben­falls fest ein­zementier­te Holz­tische und Hocker. Östlich von diesem Park liegt die dicht bebaute Nord­stadt. Viele Bewohner dieses Stadt­teils kann man ebenso im Welfen­garten an­treffen.


Geschichte vom Welfengarten

Der Welfengarten ist Teil der Herren­häuser Gärten, aber mit einem eigen­ständigen histo­rischen Hinter­grund. Er war zuerst Barock­garten, dann Land­schafts­garten und dann wurde er im weiteren zeit­lichen Verlauf immer wieder umge­staltet.

In der Nähe des Königs­hauses baute der Hof­adel Anfang des 18. Jahr­hunderts seine Land­sitze aus. So kam es dazu, dass der Graf Ernst August von Platen-Hallermund und seine Frau Sophie Antoinette an der Herren­häuser Allee, dem Weg nach Herren­hausen, um das Jahr 1720 ein Schloss bauen ließen. Mit dem Bau des Schlosses „Montbrillant“ ent­stand ein kleiner Barock­garten. Dieser, zu der Zeit noch 0,07 km² um­fassende Garten, wurde von Ernst August Charbonnier ent­worfen, der eben­falls im Großen Garten gewirkt hat.

Welfengarten mit Welfenschloss im Hintergrund
Welfengarten mit Welfenschloss

Im Jahr 1726 erwarb König Georg I. den Garten und erwei­terte ihn nach Westen mit einem Küchen­garten und Gewächs­häusern. Das Schloss nutzte er zunächst als Gäste­haus. Später, um das Jahr 1780, wurde der Welfen­garten zu einem Land­schafts­garten im englischen Stil umge­staltet. Mit der Um­wandlung des Gartens wurde er für die Bürger öffent­lich zugäng­lich. Später, zwischen den Jahren 1815 bis 1828, wurde die Gestal­tung des Welfen­gartens nach romantisch-land­schaft­lichen Vor­stellungen weiter ergänzt. Der Park wurde auf kosten des Küchen­gartens nach Westen zum Schneider­berg erwei­tert. Dieser neue Teil wurde als Prinzen­garten bezeich­net. Es ent­stand eine Graft mit einem schlän­gelnden Verlauf und ein Aus­sichts­hügel. Der Hofbau­meister Georg Ludwig Friedrich Laves baute nach dem Jahr 1840 noch zwei Brücken über die Graft, von denen eine heute noch vor­handen ist.

Der Welfengarten und das Schloss wurden zu dieser Zeit noch vom König als Sommer­residenz genutzt. Es zeigte sich aber, dass das kleine Schloss nicht mehr den Anfor­derungen der könig­lichen Familie ent­sprach und es wurde um das Jahr 1857 abge­rissen. An dessen Stelle sollte ein wesent­lich größeres Schloss als Königliche Haupt­residenz ent­stehen. Nach den Plänen von Heinrich Tramm ent­stand in einer langen Bauzeit das „Welfenschloss“ im neu­romanischen Stil. Als Hannover im Jahr 1866 von Preußen annektiert wurde, war das Schloss jedoch noch nicht fertig, wurde aber dennoch zu Ende gebaut. Im Jahr 1879 wurde das Gebäude der Tech­nischen Hoch­schule zur Ver­fügung gestellt. Die Grund­struktur des Welfen­gartens blieb unver­ändert.

Im Jahr 1921 wurde die Anlage für 50 Jahre an die Stadt Hannover ver­pachtet. Die Stadt wandte in den dreißiger Jahren noch erheb­liche Mittel für die Pflege des Gartens und die Wieder­her­stellung ein­zelner Teile auf. Während des Krieges wurde der Welfen­garten eben­falls in Mit­leiden­schaft gezogen.

Nach dem Krieg erfuhr der Park in der Zeit des Wieder­auf­baus ein­schnei­dende Verän­derungen. In Ver­bindung mit dem Neubau einer Mensa und dem Neu­bau und der Erwei­terung von Uni­versitäts­gebäuden ist der Park in einen Hoch­schul­park umge­wandelt worden. Dabei wurde die trennende Mauer zwischen Welfen- und Prinzen­garten abge­rissen, die Graft zuge­schüttet und der Aus­sichts­hügel einge­ebnet. In der Achse des Haupt­gebäudes der Uni­versität ent­stand eine große Liege­wiese. Seit seiner Re­konstruk­tion und der damit ver­bundenen kompletten Ver­schmelzung mit dem Prinzen­garten, in den Jahren 1953 bis 1956, besteht der Welfen­garten in seiner heutigen Größe.

In den Jahren 1983 und 1984 wurde im Bereich des Prinzen­gartens ein großer Kinder­spiel­platz angelegt. Im gleichen Jahr 1984 wurde auch noch ein Diagonal­weg zwischen dem Haupt­gebäude der Uni und der neuen Mensa am Schneider­berg hinzu­gefügt. Etwas später, Ende der achtziger Jahre, wurden einige Wege neu geführt und ein Teich ange­legt, so dass die Laves­brücke wieder über Wasser führt. Zusätz­lich wurden Bäume nach­ge­pflanzt.

Seit dem Jahr 2016 wird der Welfengarten er­neut um­ge­stal­tet. Der Um­bau er­folgt in meheren Bau­ab­schnitten nach den Plänen von Kamel Louafi und Dörte Eggert-Heerdegen. Im ersten Bau­ab­schnitt wurde der Ver­lauf der ehe­maligen barocken Graft mit Podesten in unter­schied­lichen Materialien nach­ge­bildet. Ziel war es die Struktur der Garten­anlage aus den barocken Anfangs­tagen erkenn­barer zu machen. Zusätz­lich wurde das Wege­netz erneuert und weiter aus­gebaut. In den noch folgenden Bau­ab­schnitten sollen im Welfen­garten die Zugänge zum Park attrak­tiver und markanter gestal­tet, zusätz­liche Sitz­flächen ge­schaffen sowie weitere Wege er­neuert und neu ange­legt werden. Vor­ge­sehen ist auch die Anlage eines Leit­systems für Blinde.

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